Geschichte der Abtei Morimond

4. Tochter von Cîteaux

Das Kloster Morimond war eine der vier Primarabteien des Zisterzienserordens, gelegen im heutigen Fresnoy-en-Bassigny im Département Haute-Marne in der Region Grand Est, Frankreich.

Die Abtei wurde im Jahr 1117 von Stephan Harding, dem dritten Abt des Klosters Cîteaux, gegründet und war eines der nach zisterziensischer Tradition gegründeten vier Töchterklöster im Umfeld von 100 km um Citeaux, neben Kloster La Ferté im Süden, Kloster Pontigny im Westen und Kloster Clairvaux im Norden. Der Filiation von Morimond werden 261 Klöster zugerechnet. Davon sind 29 unmittelbare Tochterklöster von Morimond.

Die Leute, die sich heutzutage auf das Gelände von Morimond begeben, vermuten nicht, dass sich hier früher eine der bedeutendsten Abteien Frankreichs des 12. Jahrhunderts befand. In einer ländlichen und romantischen Umwelt werden die Überreste von Morimond, der 4. Tochter von Cîteaux, dank eines aktiven Vereins heute wieder lebendig.

Die Geschichte und die Archäologie erlauben es, die Zeit der Spiritualität zu vergegenwärtigen, die während sieben Jahrhunderten diesen kleinen Flecken des Bassigny beseelte. Die Gründungsurkunde von Morimond aus dem Jahr 1126 berichtet, dass Morimond zunächst eine Einsiedelei war. Ein Laie namens Johannes/Jean erbat und erhielt den Flecken Morimond vom Sire d ́Aigremont Olri und seiner Ehefrau Adeline de Choiseul. Er erhielt auch die Einwilligung und den Segen des Bischofs und bot diese Stätte dem Kloster von Cîteaux an. Der Abt von Cîteaux, Stephan Harding, kam persönlich und bestellte die Gründungsurkunde, „in der er den Mönchen auferlegte, die Regel des hl. Benedikt, die sie angenommen hätten, treu zu erfüllen.“

Der Fall Morimond

Im Herbst 1124 schreibt Bernhard in einem Brief an den Papst: „Einer unserer Brüder Äbte, und zwar der von Morimond, hat sein Kloster verlassen und hat sich leichtfertig entschlossen, sich auf den Weg nach Jerusalem zu machen. Als Gefährten für sein Unterfangen hat er noch die besten und tadellosesten Ordensleute um sich geschart.“ Alle sind Deutsche von adliger Geburt; diese „Flüchtlinge“ sind erfüllt von dem Gedanken der Wallfahrt zu den heiligen Stätten. Um die Ruhe in Morimond wiederherzustellen, setzt Stephan Harding den Prior von Clairvaux, Gaucher, in Morimond ein, damit er die Abtei wieder in Ordnung bringt, die als ganz besonders arm betrachtet wird.

Die Zeit der Gründungen

Abt Gaucher beginnt den Bau der Abtei-Gebäude aus Stein. Unter seinem Abbatiat / seiner Leitung erfuhr Morimond seine prachtvollste Periode durch dreizehn Tochtergründungen in Deutschland, Polen, Italien und Spanien.

Die Zeit der Krisen

Das 14. Jahrhundert markiert den Beginn von Schwierigkeiten: Der Zustrom lässt nach, Laienbrüder werden selten. Deshalb werden die Grangien (Hofgüter) verpachtet. Die Abtei befreit sich 1362 durch Rückkauf der Schutzrechte von den Herren von Choiseuil. Sie wird eine königliche Abtei. Seit 1310 beginnt das Land unsicher zu werden. Es folgt der Hundertjährige Krieg. Zahlreiche Dörfer erleiden Plünderungen, es folgen Pest und Hunger. Die Abtei ist geschwächt. Während der Religionskriege des 16. Jahrhunderts ziehen sich die Mönche nach Langres zurück und geben die Abtei den Plünderern preis.

Im 17. Jahrhundert: Aufheiterung vor dem Gewitter

Claude Masson, im Amt von 1593 bis 1620, bemüht sich, Morimond seine Vitalität und Stärke zurückzugeben. Im Anschluss sieht sich sein Nachfolger mit dem Dreißigjährigen Krieg konfrontiert. Wie er berichtet, wurde die Abtei seit 1635 „mehrfach geplündert und alle ihre Nie-derlassungen gebrandschatzt, beschädigt oder ganz zerstört.“ Die Abtei ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, die Gesamtheit der Gebäude hat viel erlitten und die Klausur existiert praktisch nicht mehr. Nur sechs Mönche bevölkern ihre Mauern. Die Situation verbessert sich nicht bis 1705, die Abtei ist „belastet mit immensen Schulden und alle Gebäude sind ruiniert.“

Die Renaissance (Wiedergeburt) der Stätte

Von 1703 an widmet Abt Nicolas Aubertot de Mauveignan seine Anstrengungen der Wiederherstellung von Morimond. „Er hat die Kirche wiederhergestellt, die Ordensleute beherbergt, ein Gästehaus, die Kreuzgänge, das Torgebäude, die Klausur etc. aufgebaut …“ Ebenso hat er die Grangien (landw. Güter) von Grignoncourt und von Génichaux wiederhergestellt. Seine Nachfolger setzen die Instandsetzung fort: Refektorium, Sakristei, Abts-Palais, Pfortengebäude, Fremden-Kapelle (St. Ursula), Bibliothek ….

Das Ende der Abtei

Die Revolution von 1789 bringt rasch das Aus von Morimond. Die Neuaufnahmen von Mönchen wird verboten. Die Nationalversammlung stellt die Kirchengüter der Nation zur Verfügung, unterbindet die Gelübde und schafft alle kontemplativen religiösen Orden ab. 1790 werden die Kirchengüter inventarisiert, die Mönche kehren in ihre Familien zurück, wo sie eine Pension erhalten. Die Veräußerung der Kirchengüter der Abtei beginnt am 21. Februar 1791: Sie erbringt 1.364.401 Pfund (livres). Die Wälder, da verstaatlicht, gehören nicht zur Gesamtmasse. Von da an nehmen die Veränderungen und Zerstörungen rapide zu. 1816, als der Maler Pernot zu der Stätte kommt, hinterlässt er in seinen Skizzen ein romantisches Bild der sehr zerfallenen Ruinen von Morimond.

Heute

1925 wird die Gesamtheit der Ruinen der Abtei in die Denkmalliste (Monuments Historiques) eingetragen.1954/1955 finden die Ausgrabungen des Archäologen Henri-Paul Eydoux an der alten Kirche statt, die die Aufmerksamkeit der örtlichen Gelehrten und der Historiker auf diese Stätte lenken. Die Beharrlichkeit der deutschen Freunde von Morimond unterstützt von den Italienern treiben die Wiederbelebung einer Vereinigung der Freunde der Abtei Morimond (1990) – unter der Präsidentschaft von Jean Favre, dem ehem. Bürgermeister von Langres – voran. Nach dem Rückkauf eines Teiles der Domäne wird die St. Ursula-Kapelle restauriert. Die Verbindungen zu den Töchtern und Enkeltöchtern von Morimond werden hergestellt – und die Ausgrabungen ab 2003 wieder fortgesetzt, und zwar unter der Leitung von Benoit Rouzeau. Sie haben es ermöglicht, ein Gebäude freizulegen – erbaut um 1160-1200, das möglicherweise als Schmiede, Krankenstation oder Gästehaus gedient hat.

Quelle:

OFFICE DE TOURISME DU PAYS DE LANGRES ET DES 4 LACS
BP 16 -52201 LANGRES Cédex.
https://randonnee.tourisme-langres.com/objets_fichiers/fichiers_de/DE-dorffuhrung-morimond.pdf

https://www.routeyou.com/de-fr/location/view/47835984/kloster-morimond

Links:

https://cistercium.info/kloester/maennerkloester/abteien/morimond.html